Wettkämpfe  

2. Gesmolder Kirmeslauf, Fr. 14.09.2018

Landesliga--Wettkämpfe

www.laufen-os.de

   

Sponsoren  

   

Trainingszeiten  

Dienstag - Lauftraining

19-20:30Uhr - Sportpark Gretesch

Mittwoch - Schwimmtraining

20-21:30Uhr - Schinkelbad

Samstag - Schwimmtraining

9-10:30Uhr - Nettebad

  PROBE-TRAINING

JEDERZEIT MÖGLICH!

   

TSG Gesamtverein  

   

Landesliga Wilhelmshaven „ NORDSEEMAN” über die Sprintdistanz ( 750m-21km-5km)

Sommer, Sonne, Strandfeeling!!!
nein … leider nein ….
Da hat uns das Wetter heute leider im Stich gelassen. Es wollte einfach nicht aufhören zu regnen und zu winden beim Landesligastopp in Wilhelmshaven.
Aber wer eh nass aus dem Wasser kommt, den schreckt auch nicht mehr die Rundumdusche auf dem Rennrad und die steife Brise mit Frontalregen ab!

Super Leistung Jungs und Mädels!!! Und hier die Ergebnisse

Tri-Team Osnabrück Mädels

3. Platz Gesamtteamwertung ( mit 28 Punkten)

Kimberly Miller - 3. Platz Gesamt ( 01:11:46 Std )
Simone Terheggen - 11. Platz Gesamt (01:15:23 Std)
Wiebke Krone - 14. Platz Gesamt (01:16:01 Std)
Carmen Aulbert - 17. Gesamt (01:17:33 Std)
Sandra Meier - 31. Gesamt (01:22:49 Std)

 

Tri-Team Osnabrück Herren

12. Platz Gesamtteamwertung ( mit 294 Punkten)

Tobias Bussmann - 10. Gesamt (01:05:52 Std)
Patrick Teller - 22. Gesamt (01:06:54 Std )
Felipe Rayo Martin - 54. Gesamt (01:10:49 Std)
Oliver Speller - 73. Gesamt (01:12:47 Std)

Die Herrenmannschaft konnte sich trotz krankheitsbedingter Ausfälle gut behaupten und erreichte mit nur 4 statt der geforderten 5 Teilnehmer einen super 12. von 23. Gesamtplätzen.

Herzlichen Glückwunsch!

Danke für deinen Bericht Kim!

14-08-17  Mathias

Landesliga Stuhr - Olympische Distanz ( 1,5 km / 40 km / 10 km )

Ganz schön stürmisch in Stuhr! Und das Sonntagmorgens um 9:00 Uhr in der früh! Denn neben der 4. Disziplin, dem Wechsel, ist die 5. Disziplin wohl das motiviert frühe Aufstehen am Wochenende!
05:30 Uhr Abfahrt!!!!

Heute hieß es für die Tri-Team-Mädels OS möglichst wenig Punkte sammeln, um den Ligaerhalt zu sichern!
Mit einem souveränen 4. Platz in der Mannschaftswertung kann nun erstmal aufgeatmet werden!
Die Herren belegten den 14. Platz der Mannschaftswertung.

Und hier die einzelnen Ergebnisse!

Herren (Landesligawertung)

Felipe Rayo Martin - 2:09:48h - Gesamt 14
Patrick Teller - 2:15:22h - Gesamt 33
Hans-Peter Igelbring - 2:19:56h - Gesamt 56
Frank Stöckel - 2:32:31h - Gesamt 112
Maik Anders - 2:36:19 - Gesamt 125
Peer Schieße - 2:42:13 - Gesamt 135

Damen (Landesligawertung)

Kimberly Miller - 2:28:16 - Gesamt 12
Wiebke Krone - 2:30:10 - Gesamt 16
Carmen Aulbert - 2:31:17 - Gesamt 17
Marlies Peschke - 2:39:48 - Gesamt 28
Anne Diekmann - 2:49:32 - Gesamt 45

Nächster Stopp: Wilhelmshaven am 12.August 2017!!!

Foto: So schön ist Triathlon! Mannschaftsführerin Lissy mit Anne, Marlies, Wiebke, Kimberly, Carmen.

Herzlichen Glückwunsch an alle Trias und Danke für den Bericht Kim!

04 -08 - 17 Mathias

 

Unsere lieben Sportfreunde von der OSC Radsportabteilung, dabei einige Mitglieder aus unserer Triathlon-Startgemeinschaft, hatten dieses Jahr eine tolle Aktion geplant: ein Vereinsausflug zum 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring! Rad am Ring: Das klang erst mal fast so verlockend wie Rock am Ring. Wie sich herausstellen sollte wurden jedoch andere Schwerpunkte gelegt...Mehr Heavy, weniger Metall. Stattdessen Carbon. Anke, die öfter im OSC als zu Hause ist, war natürlich dabei und wollte ein 2er Team mit ihrer OSC-Kurs-Freundin Heike bilden. Als diese dann krankheitsbedingt ausfiel, war ich natürlich zur Stelle. Hätte ich mir bloß die Ausschreibung genauer angesehen...

Die Sportfreunde von der OSC-Radabteilung trat mit 23 Fahrern an!

Als wir am Freitag mit unserem Wohnmobil auf den Ring abbogen, war alles mit Trucks, Zelten und Rädern vollgestellt. Die Fahrerlager waren teils liebevoll geschmückt. Profis luden ihre 10.000-Euro-Räder aus Team-Bussen. Und ich hatte mein Licht vergessen! Keinen Gedanken hatte ich daran verschwendet, dass es ja innerhalb von 24 Stunden auch mal dunkel werden könnte! Zum Glück konnte ich am Stand von Sigma kostenlos Ersatz ausleihen. Es konnte also losgehen! Am Samstag Mittag versammelte sich eine riesige Schar rasierter strammer Waden mit etwas Carbon dazwischen vor der Tribüne des Nürburgrings. Obwohl ich mich dezent hinten einordnete, verlief die 1. Runde recht chaotisch. Stürze, Defekte, qualmende Bremsen. Während viele sogar schieben mussten in den zwei größten Anstiegen, sausten die Profis mit 30 Sachen im Stehen an einem vorbei. Ein heilloses Durcheinander, was sich im Laufe der Runden etwas beruhigte.

Ich hasste die Strecke von Anfang an. Während man sich zu Beginn der Runde noch angstvoll bei 85 Sachen am Lenker festklammern und irgendwie um die schnellen Kurven kommen musste, zogen einem kurz darauf endlose Anstiege in der prallen Sonne die Schuhe aus. Der Wind kam immer heftig und von allen Seiten, nur die Kilometer den Berg hinauf lagen natürlich geschützt, also extra heiß. Ich war heilfroh, als ich nach einer Runde mit 26 km und 580 Höhenmetern Anke Abklatschen konnte. Und so ging es weiter. Wie ein Uhrwerk. Nach einer Stunde stehe ich wieder bereit. Meine ersten 4 Runden fahre ich, als ob nach 26 km Schluss wäre und nicht nach 24 Stunden. Als sich die Sonne endlich senkt, bin ich 104 km und 2320 Höhenmeter mit einem 26er Schnitt gefahren, völlig im Eimer, kriege nix mehr runter und habe keinen Bock mehr. Ich fahre meine erste nächtliche Doppelrunde von 23 bis 1 Uhr und mache nichts anderes, als Erklärungen zu formulieren, wie ich diesem Elend ein Ende setzen könnte. Aus Frust halte ich an der Verpflegungsstelle am höchsten Punkt der Strecke an und stopfe mir 3 Waffeln gleichzeitig in den Mund, die ich während der Abfahrt mit Motten garniert in mich hineinschlinge. Aber dann schicke ich auch schon wieder Anke auf die Strecke und falle ins Bett. Mein Freund am Livetracker hat eine Whatsapp geschickt: „2. Platz, nicht nachlassen!“ Und so sitze ich um 4 Uhr wieder auf dem "heißen Stuhl" des nächsten Fahrers, mein Kinn und mein Herz auf Knifes‘ Lenker abgestützt. Nicht denken, fahren. Die Sonne geht langsam auf und für einen kurzen Moment finde ich es ein bisschen schön... 100 km später wird meine Stimmung nochmal dadurch gesteigert, dass ich plötzlich begreife, dass mir nur noch 2 Runden bevorstehen, und das erst nach weiteren 2 Stunden Schlaf. Fröhlich schiebe ich Anke an - weiter so, Richtung Podium! Bei meiner nächsten Runde um 9 Uhr sind die Fahrer schon deutlich gezeichnet von den Strapazen der Nacht. Mir geht es nun viel besser – der Kopf hat ein Ziel vor Augen (Podium! Gleich nur noch eine Runde!) und ich bin nicht mehr von der Hitze und dem Überpacen völlig geschlaucht…so versuche ich, die Solo-Starter ein bisschen aufzumuntern, wenn ich vorbeifahre oder, unglaublich, DIE vorbeifahren. Ich bin tief beeindruckt, wie einige an mir vorbeiziehen, obwohl sie sich seit 20 Stunden alleine über den Kurs quälen. Auf dieser Strecke kann man nie einfach so dahinrollen. Es gibt keinen „Flow“. Bei mir stellt sich einfach nicht der altbekannte Ohrwurm im Kopf ein, zu dessen Takt ich mich die Serpentinen hochschlängeln kann. Es gibt keinen Berg, keinen Pass, keinen Kaiserschmarrn. Es gibt nur Kilometer 12 – 13km. Der längste Kilometer der Welt. Und danach dann der RICHTIGE Anstieg zur Hohen Acht. Alles, was ich am Radfahren liebe: das Dahingleiten, die Leichtigkeit, das Ziel vor Augen, einfach Sein, weil ich fahre – das gibt es hier nicht. Das ist meine größte mentale Herausforderung. Es ist nicht Meins, aber ich versuche, mich zu ergeben. Vor der grünen Hölle. Vor dem Wahnsinn, einfach nur im Kreis zu fahren. Zum Glück ist zumindest The Knife, mein treues Carbon-Ross, echt gut drauf: er donnert gnadenlos in jede Abfahrt und saugt sich an den Gegnern fest. Auf der langen Geraden mit Gegenwind ziehen wir Kolonnen an Mitfahrern hinter uns her, weil wir unglaublich gut im Wind stehen. Die elektronische Schaltung surrt wie ein Kätzchen, während andere fluchend und knatternd ihren kleinsten Gang suchen, als plötzlich der Gegenanstieg mit 24% (!) Steigung nach einer Kurve auftaucht. Und so fühle ich mich wie ein Cowboy mit seinem treuen Pferd auf dem Ritt durch die Wüste. So hänge ich meinen Gedanken nach, als ich Anke auf ihre letzte Runde schicke. Sie ist heute unglaublich! Tritt wie ein Uhrwerk super Rundenzeiten weg, schmeißt sich wagemutig in die Kurven: ihr liegt diese Strecke mit den steilen, unrhythmischen Antritten viel mehr als mir. Natürlich konnte ich nicht aufgeben! Und dann taucht doch noch ein Ohrwurm auf: „You and me, we’re in this together now“. Gemeinsam durch die Hölle, und dabei kaum ein Wort gewechselt bis auf „Auf geht’s!“. In meiner letzten Pause rufe ich Christian an: „Wie steht’s, können wir die letzte Runde zusammen zuckeln?“ „Nix da, ihr habt gleiche Rundenzahl, aber nur 10 Minuten Vorsprung vor den Drittplatzierten!“ Oh Gott, also nochmal alles geben! Blass sitze ich im Teampavillon, Heiko von den OSC-lern erkennt meine Not: „Für mich geht es in der letzten Runde um Nichts, ich kann Dich ziehen!“ Geil, mit ihm und seinem Hinterrad fühle ich mich längst nicht mehr so allein auf der Strecke! Ich werde eskortiert wie ein Castor-Transport, brauche mir um Linie und Gegenwind keine Gedanken mehr machen. Und so kann ich glücklich auf der Einfahrt in die Zielgerade Ankes Hand greifen und gemeinsam über die Linie rollen. Tränen der Erleichterung, Erschöpfung, Freude! „Und das sind die Zweitplatzierten in der Damen-2er-Wertung!“ Geil, geil, geil, wir sind so geil! Knutschen, Selfies, Freibier, Handshakes mit dem Team! Wir machen uns bereit zur SIEGEREHRUNG! Das haben wir nicht geprobt! Ein richtiger Pokal! Später noch eine Goldmedaille für den Sieg in der Altersklasse! Wow, irgendwie macht es jetzt doch Spaß! Das OSC-Team ist mächtig stolz und wir mächtig dankbar für den tollen Support, die mentale Unterstützung, die Planung, das Reifen Aufpumpen, das rechtzeitige Entdecken einer Sicherheitsnadel in Ankes Reifen und vieles mehr! Dafür stiegen wir dann auch gerne im OSC-Outfit auf das Podium.

Das war ein Sieg. Aber nicht ein Sieg über die anderen. Jeder, der sich dieser Herausforderung stellt, ist ein Sieger. Nein, das war ein Sieg über mich selbst. Über meine Komfortzone. Über meine Maximalgeschwindigkeit (3 mal!) und über die Hölle. Grüner wird‘s nicht.

21 Runden - 546 km - 12.180 Höhenmeter - Durchschnittsgeschwindigkeit 22,5 km/h

 

 

2017 IM swim1a

 

Welch ein Tag!

03:00 Uhr: Weckerklingeln, Aufstehen, fein machen, Frühstücken.
04:40 Uhr: Abfahrt mit dem Shuttlebus zum Langener Waldsee
zzgl. 2 km Fußmarsch zur Wechselzone.
ca. 07:05 Uhr: Ab ins Wasser beim Rolling Start
ca. 08:32 Uhr: WOW! Schon fertig mit Schwimmen!! Unter 1:30:00 geblieben, YES!!!
ca. 14:43 Uhr: O.k., 177 km geschafft, sonnig, ca. 35 Grad, die Frisur sitzt, Yes!!
ca. 14:50 Uhr: und jetzt noch locker den Marathon auslaufen, zum Glück stehen
Frank und Patrick an der Strecke und lügen mich an, wie toll ich noch aussehe. yes!
ca. 18:00 Uhr: keine 14 km mehr, ich will dieses verf….. rote Band für die letzte Runde. yes
ca. 19:35 Uhr: Zieleinlauf. Fertig gelitten. Durchgeackert. Hölle. Egal. Geschafft. ye
ca. 23:40 Uhr: Endlich im Bett, Licht aus. y

DANKE an alle Anfeuerer.

Sehr gute Organisation. Hervorragende Strecken. Viele freundliche Helfer.

2017 IM run3a

 

Unter diesem Motto fand vom 7.-9.7. in Les Angles, einem kleinen Skiort in den Pyrenäen, der Altriman statt. Ein landschaftlich wundervoller, sehr anspruchsvoller Triathlon. Er hat für jeden bergaffinen Triathleten etwas zu bieten und ist daher eine echte Empfehlung für einen sportlichen Urlaub. Beste Organisation und tolle Atmosphäre sind eine Reise wert! Anke & Anja nutzten das Bergtraining der vergangenen Wochen für eine kleine Mitteldistanz. Was sie erlebten, könnt ihr im ausführlichen Bericht erfahren!

Ein extremer Bergtriathlon? In den Pyrenäen? Im Juli? Zeitgleich zur Tour de France? Das klang nach dem perfekten Urlaubsziel! 36er Ritzel ans Fahrrad geschraubt, Wohnmobil beladen und ab die Post. Dank Schlafmöglichkeit für die Beifahrer und viel Espresso kamen wir nach einer Nachtfahrt schon am nächsten Mittag am Mittelmeer an. Nach einer herrlichen Erfrischung nur noch die letzten Kilometer in die Pyrenäen hinauf, schon schlugen wir unsere Zelte auf einem wunderschönen Campingplatz in einem Kiefernwald direkt am Lac de Matemale auf, der für drei Tage Zentrum der südfranzösischen und nordspanischen (und andorranischen!) Triathlonwelt darstellen sollte. Schon beim Rundgang auf dem Campingplatz fühlte man sich wie in einer Ausstellung für das neueste Equipment – schnell wurde noch ein Ladekabel für meine elektronische Schaltung organisiert, das ich ganz vergessen hatte! Da hätte ich ja schön doof ausgesehen, neue Kassette hin oder her! Das Bunte Treiben auf dem Campingplatz spiegelte sich direkt bei der Veranstaltung wider: Hier wurde wirklich alles geboten: Ein Aquathlon und „Entdecker“-Triathlon für die Familie, Sprint, Olympische, Mittel- und Langdistanz. Dank einem übersichtlichen Racebook und einer englischen Wettkampfbesprechung fanden auch wir uns mit unseren eher bescheidenen Französischkenntnissen am vergangenen Samstag Morgen pünktlich am Seeufer ein.

Zu „The Final Countdown“ stürzten sich 350 Leute im Massenstart vom Strand in die Fluten. Da half es auch nicht, dass ich mir nach dem letzten Gerangel beim Start in Limmer fest vorgenommen hatte, gaaaanz sachte loszuschwimmen – ich wurde einfach mitgerissen und brauchte danach erstmal 5 Minuten, um überhaupt wieder Luft zu bekommen. Naja, wenigstens freie Bahn auf der Ideallinie… Das herrliche Wasser und die strahlende Morgensonne waren ein kleiner Trost - diesmal war ich wirklich froh, als mein Rad „The Knife“ mich in der Wechselzone schon mit scharrenden Hufen begrüßte. Eeeeendlich durchatmen! Doch schon nach zwei Kurven ging es direkt in den Anstieg zum „Col de la Llose“ hinauf. Schnaufend ziehe ich an einigen Männern vorbei. Doch in der Abfahrt hat mich die Hälfte davon wieder eingeholt. Zapperlot, wie kann man denn NOCH SCHNELLER hier runterfahren als ich? Vor dieser Abfahrt wurden wir im Briefing explizit gewarnt. Doch mit jedem Kilometer bekomme ich ein besseres Gefühl für die Kurven und überhole nun meinerseits. Und mit 15km bergab blieb dafür jede Menge Gelegenheit! Ein Traum, auf dieser absolut einsamen Straße rauschen wir in ein wildes, enges Tal hinab, überqueren ein Flüsschen und ein winziges Dorf, das aussieht wie aus dem Mittelalter. Naja, und irgendwann ist der Spaß vorbei und es geht 1000 Höhenmeter hoch. Es wird immer wärmer und der Anstieg immer steiler. Und ich immer langsamer. Von der Hälfte der Mitfahrer, an denen ich eben noch vorbeizog, werde ich wieder eingeholt. Die Stimmung ist im Keller, mein Magen auch, irgendwie alles zu viel. Da steht Christian kurz vorm nächsten Pass und feuert mich an!

Gerade richtig, für’s Foto ziehe ich gespielt leichtgängig an einem Gegner vorbei und schaffe es tatsächlich, den Schwung bis zum Gipfel mitzunehmen. Ein weiterer Höllenritt in wilder Abfahrt zurück zum See, dann mit einem breiten Grinsen auf welliger Strecke wieder an allen vorbei. Knife schneidet namensgemäß durch den Wind und ich kaue zufrieden auf einer Handvoll Weingummis von der Verpflegungsstelle rum. Die Welt ist wieder in Ordnung. Doch um eine Baustelle zu umfahren müssen wir durch ein kleines Industriegebiet, ein Kilometer gespickt mit Schlaglöchern, Schotter und zwei messerscharfen Eisen-Führungen für ein Zaun-Tor. Prompt stehen 5 Mitfahrer an der Strecke und zerren fluchend an ihren Reifen. Ich schicke Stoßgebete zum Himmel und schlängel mich vorsichtig durch die Gefahrenzone. Alles gut! Eine weitere hammermäßige Abfahrt sorgt schnell für andere Gedanken. Auf einer breiten Straße mit super Asphalt und kaum Verkehr (die Strecken waren nicht gesperrt) geht es in rasanter Fahrt ins nächste Tal hinab. Einfach traumhaft! Es ist nicht zu steil und eng, so dass ich super abfahren und wieder einige überholen kann. Wieder ein Fluss, ein Dorf, eine enge Kehre…und direkt dahinter die Worte „Ca va piquer“ – „Das wird wehtun“ auf die Straße gemalt. Gelesen, gespürt. Eine Stunde lang kämpfen wir uns die endlose Steigung hinauf – meist mit um die 12%, in der Spitze sogar mit 18%! In Gedanken formuliere ich Dankesreden an Christian, der mir den „Rettungsring“ ans Rad geschraubt hat! So komme ich halbwegs in einem Stück an der dritten Verpflegungsstelle an, stopfe mir Gummibärchen in die Trikottaschen und gesalzene Nüsse in die Hamsterbacken. Mittlerweile nieselt es leicht, und ich bin dankbar für die Abkühlung. Außerdem ist es für heute auch vorbei mit waghalsigen Abfahrten, die leicht nassen Straßen stören beim langgezogen Aufstieg zum Ziel also nicht. Bei etwa 2% Steigung und Gegenwind saugt sich Knife quasi an jedem Gegner fest und ich kann alle wieder einholen, komme gut gelaunt und mit einem 21er Schnitt bei 90km und 2000 Höhenmetern in der Wechselzone an. Aber Moment, da war ja noch was! Ein kleiner Halbmarathon zum Laktat abbauen… Erstmal traben wir gemütlich auf weichen Waldwegen am Seeufer entlang. Urlaubsstimmung kommt auf. Dann ein Sturm. Der Regen peitscht mir ins Gesicht und ich habe kurz einen Ohrwurm von Tokio Hotels „Durch den Monsum“ im Kopf. Da hilft nur: Gas geben! Nun geht es in sanften Serpentinen hinauf ins Dorf und weiter über eine Kuppe zu einem höhergelegenen See, dort ist Wendepunkt. Die Steigung ist zu steil zum Laufen, zu flach zum Gehen. Ich „trogge“ vor mich hin. Diesen Begriff hat meine immer noch sehr fitte Mutter (74) geprägt, der ihre Lieblings-Fortbewegungsart zwischen „Trotten“ und „Joggen“ definiert. Gutgelaunt fliegen mir die Mitstreiter aus dem vorderen Mittelfeld entgegen, hier kurz vorm Ziel. Jeder grüßt freundlich mit „Bonne Chance! Bonne Courage! Allez les filles!“ oder auch mal „Hey Guapa!“ So geht es irgendwie weiter, bis ich sprichwörtlich „über den Berg“ bin. Ich lass die Beine rollen, schon ist der Wendepunkt erreicht, bald darauf klatsche ich mich auch mit Anke ab. Am höchsten Punkt erwartet mich wieder Christian. Ich bin in Endspurtlaune, denn die 5km mit 4-6% bergab Richtung Ziel sind genau mein Ding. So muss mein Supporter sich auf dem Fahrrad ranhalten, um noch Bilder von mir von vorne schießen zu können. Schade, dass kaum noch jemand zum Überholen vor mir auf der Strecke ist! Schon zum zweiten Mal heute frage ich mich, wie die alle so verdammt schnell sein können?!? Aber gut, wer im Umkreis von 200km wohnt, ist sein Leben lang nichts anderes gewöhnt, als keinen einzigen Meter im Flachen voranzukommen. Selbst die Top Ten der Langdistanzler treffe ich noch unterwegs, der Schnellste braucht schließlich 12:20 Stunden, bei 5000 Höhenmetern auf der Radstrecke! Bei mir stoppt die Uhr schließlich nach 7:38 Std, was den 9. Platz in meiner Altersklasse und insgesamt (mit Männern) den 301. Platz von 347. Finishern bedeutet. Das Starterfeld war wirklich saustark! Zur Belohnung gibt es Freibier im Zielbereich. Ich bin schon gut beschwippst, als Anke nach 8:20 ins Ziel trabt. Überglücklich und zufrieden bestellen wir „Plus de Bière“ und begrüßen lautstark die letzten Finisher der Mittel- und die Ersten der Langdistanz.

Zurück am Campingplatz wird dann der kaltgestellte „Altri-Vin“ geköpft, den es bei der Startnummernausgabe zusammen mit der Flasche Isostar gab. Äußerst sympathisch, diese Franzosen. Tags darauf starten die kurzen Distanzen, und als alle im Ziel sind gibt es eine große Finisher-Party mit der größten Paella, die man sich vorstellen kann! Zufrieden sitzen wir mit einer Horde von etwa 500 Sportlern unter den hohen Kiefern am Seeufer, trinken mehr (kostenlosen) Wein und applaudieren beeindruckt den Siegern. Was für eine tolle Idee, um für die Siegerehrung auch noch eine schöne Atmosphäre zu haben! Insgesamt ist die Organisation nur zu loben! Die Strecken (194km Rundkurs auf der Langdistanz!) waren super ausgeschildert und an kritischen Kreuzungen geregelt (ansonsten ist ohnehin nichts los in den Pyrenäen). Es gab für Damen und Herren jeweils 3 Finisher-Shirt-Größen zur Auswahl. Dazu noch einen Gutschein für die bunt bestückte „Altriman-Boutique“. Pasta-Party UND Finisher-Party. Super Verpflegungsstationen mit freundlichen Helfern. Finisher-Wein, -Bier und ein ausführliches Racebook mit allen Infos sowie Live-Ergebnisse am Monitor im Zielbereich. Und das für absolut unschlagbare 85 Euro für die Mitteldistanz! In Kombination mit dem fußläufig erreichbaren tollen Campingplatz also absolut perfekt, um jedes Sportlerherz höher schlagen zu lassen! Da fällt es uns nach zwei Flaschen Finisher-Wein nicht schwer, schon Pläne für die Langdistanz im nächsten Jahr zu schmieden! Allez les filles!

Und dann weiter zum Tourmalet und anschließend Tour de France gucken :-)