Wettkämpfe  

31.12.2016 OTB Silvester-Lauf

Landesliga--Wettkämpfe

www.laufen-os.de

   

Sponsoren  

   

Trainingszeiten  

Dienstag - Lauftraining

19-20:30Uhr - Sportpark Gretesch

Mittwoch - Schwimmtraining

20-21:30Uhr - Schinkelbad

Samstag - Schwimmtraining

9-10:30Uhr - Nettebad

Samstag - Radtraining

14 Uhr Start - Sportpark Gretesch

  PROBE-TRAINING

JEDERZEIT MÖGLICH!

   

TSG Gesamtverein  

   

 

Unter diesem Motto fand vom 7.-9.7. in Les Angles, einem kleinen Skiort in den Pyrenäen, der Altriman statt. Ein landschaftlich wundervoller, sehr anspruchsvoller Triathlon. Er hat für jeden bergaffinen Triathleten etwas zu bieten und ist daher eine echte Empfehlung für einen sportlichen Urlaub. Beste Organisation und tolle Atmosphäre sind eine Reise wert! Anke & Anja nutzten das Bergtraining der vergangenen Wochen für eine kleine Mitteldistanz. Was sie erlebten, könnt ihr im ausführlichen Bericht erfahren!

Ein extremer Bergtriathlon? In den Pyrenäen? Im Juli? Zeitgleich zur Tour de France? Das klang nach dem perfekten Urlaubsziel! 36er Ritzel ans Fahrrad geschraubt, Wohnmobil beladen und ab die Post. Dank Schlafmöglichkeit für die Beifahrer und viel Espresso kamen wir nach einer Nachtfahrt schon am nächsten Mittag am Mittelmeer an. Nach einer herrlichen Erfrischung nur noch die letzten Kilometer in die Pyrenäen hinauf, schon schlugen wir unsere Zelte auf einem wunderschönen Campingplatz in einem Kiefernwald direkt am Lac de Matemale auf, der für drei Tage Zentrum der südfranzösischen und nordspanischen (und andorranischen!) Triathlonwelt darstellen sollte. Schon beim Rundgang auf dem Campingplatz fühlte man sich wie in einer Ausstellung für das neueste Equipment – schnell wurde noch ein Ladekabel für meine elektronische Schaltung organisiert, das ich ganz vergessen hatte! Da hätte ich ja schön doof ausgesehen, neue Kassette hin oder her! Das Bunte Treiben auf dem Campingplatz spiegelte sich direkt bei der Veranstaltung wider: Hier wurde wirklich alles geboten: Ein Aquathlon und „Entdecker“-Triathlon für die Familie, Sprint, Olympische, Mittel- und Langdistanz. Dank einem übersichtlichen Racebook und einer englischen Wettkampfbesprechung fanden auch wir uns mit unseren eher bescheidenen Französischkenntnissen am vergangenen Samstag Morgen pünktlich am Seeufer ein.

Zu „The Final Countdown“ stürzten sich 350 Leute im Massenstart vom Strand in die Fluten. Da half es auch nicht, dass ich mir nach dem letzten Gerangel beim Start in Limmer fest vorgenommen hatte, gaaaanz sachte loszuschwimmen – ich wurde einfach mitgerissen und brauchte danach erstmal 5 Minuten, um überhaupt wieder Luft zu bekommen. Naja, wenigstens freie Bahn auf der Ideallinie… Das herrliche Wasser und die strahlende Morgensonne waren ein kleiner Trost - diesmal war ich wirklich froh, als mein Rad „The Knife“ mich in der Wechselzone schon mit scharrenden Hufen begrüßte. Eeeeendlich durchatmen! Doch schon nach zwei Kurven ging es direkt in den Anstieg zum „Col de la Llose“ hinauf. Schnaufend ziehe ich an einigen Männern vorbei. Doch in der Abfahrt hat mich die Hälfte davon wieder eingeholt. Zapperlot, wie kann man denn NOCH SCHNELLER hier runterfahren als ich? Vor dieser Abfahrt wurden wir im Briefing explizit gewarnt. Doch mit jedem Kilometer bekomme ich ein besseres Gefühl für die Kurven und überhole nun meinerseits. Und mit 15km bergab blieb dafür jede Menge Gelegenheit! Ein Traum, auf dieser absolut einsamen Straße rauschen wir in ein wildes, enges Tal hinab, überqueren ein Flüsschen und ein winziges Dorf, das aussieht wie aus dem Mittelalter. Naja, und irgendwann ist der Spaß vorbei und es geht 1000 Höhenmeter hoch. Es wird immer wärmer und der Anstieg immer steiler. Und ich immer langsamer. Von der Hälfte der Mitfahrer, an denen ich eben noch vorbeizog, werde ich wieder eingeholt. Die Stimmung ist im Keller, mein Magen auch, irgendwie alles zu viel. Da steht Christian kurz vorm nächsten Pass und feuert mich an!

Gerade richtig, für’s Foto ziehe ich gespielt leichtgängig an einem Gegner vorbei und schaffe es tatsächlich, den Schwung bis zum Gipfel mitzunehmen. Ein weiterer Höllenritt in wilder Abfahrt zurück zum See, dann mit einem breiten Grinsen auf welliger Strecke wieder an allen vorbei. Knife schneidet namensgemäß durch den Wind und ich kaue zufrieden auf einer Handvoll Weingummis von der Verpflegungsstelle rum. Die Welt ist wieder in Ordnung. Doch um eine Baustelle zu umfahren müssen wir durch ein kleines Industriegebiet, ein Kilometer gespickt mit Schlaglöchern, Schotter und zwei messerscharfen Eisen-Führungen für ein Zaun-Tor. Prompt stehen 5 Mitfahrer an der Strecke und zerren fluchend an ihren Reifen. Ich schicke Stoßgebete zum Himmel und schlängel mich vorsichtig durch die Gefahrenzone. Alles gut! Eine weitere hammermäßige Abfahrt sorgt schnell für andere Gedanken. Auf einer breiten Straße mit super Asphalt und kaum Verkehr (die Strecken waren nicht gesperrt) geht es in rasanter Fahrt ins nächste Tal hinab. Einfach traumhaft! Es ist nicht zu steil und eng, so dass ich super abfahren und wieder einige überholen kann. Wieder ein Fluss, ein Dorf, eine enge Kehre…und direkt dahinter die Worte „Ca va piquer“ – „Das wird wehtun“ auf die Straße gemalt. Gelesen, gespürt. Eine Stunde lang kämpfen wir uns die endlose Steigung hinauf – meist mit um die 12%, in der Spitze sogar mit 18%! In Gedanken formuliere ich Dankesreden an Christian, der mir den „Rettungsring“ ans Rad geschraubt hat! So komme ich halbwegs in einem Stück an der dritten Verpflegungsstelle an, stopfe mir Gummibärchen in die Trikottaschen und gesalzene Nüsse in die Hamsterbacken. Mittlerweile nieselt es leicht, und ich bin dankbar für die Abkühlung. Außerdem ist es für heute auch vorbei mit waghalsigen Abfahrten, die leicht nassen Straßen stören beim langgezogen Aufstieg zum Ziel also nicht. Bei etwa 2% Steigung und Gegenwind saugt sich Knife quasi an jedem Gegner fest und ich kann alle wieder einholen, komme gut gelaunt und mit einem 21er Schnitt bei 90km und 2000 Höhenmetern in der Wechselzone an. Aber Moment, da war ja noch was! Ein kleiner Halbmarathon zum Laktat abbauen… Erstmal traben wir gemütlich auf weichen Waldwegen am Seeufer entlang. Urlaubsstimmung kommt auf. Dann ein Sturm. Der Regen peitscht mir ins Gesicht und ich habe kurz einen Ohrwurm von Tokio Hotels „Durch den Monsum“ im Kopf. Da hilft nur: Gas geben! Nun geht es in sanften Serpentinen hinauf ins Dorf und weiter über eine Kuppe zu einem höhergelegenen See, dort ist Wendepunkt. Die Steigung ist zu steil zum Laufen, zu flach zum Gehen. Ich „trogge“ vor mich hin. Diesen Begriff hat meine immer noch sehr fitte Mutter (74) geprägt, der ihre Lieblings-Fortbewegungsart zwischen „Trotten“ und „Joggen“ definiert. Gutgelaunt fliegen mir die Mitstreiter aus dem vorderen Mittelfeld entgegen, hier kurz vorm Ziel. Jeder grüßt freundlich mit „Bonne Chance! Bonne Courage! Allez les filles!“ oder auch mal „Hey Guapa!“ So geht es irgendwie weiter, bis ich sprichwörtlich „über den Berg“ bin. Ich lass die Beine rollen, schon ist der Wendepunkt erreicht, bald darauf klatsche ich mich auch mit Anke ab. Am höchsten Punkt erwartet mich wieder Christian. Ich bin in Endspurtlaune, denn die 5km mit 4-6% bergab Richtung Ziel sind genau mein Ding. So muss mein Supporter sich auf dem Fahrrad ranhalten, um noch Bilder von mir von vorne schießen zu können. Schade, dass kaum noch jemand zum Überholen vor mir auf der Strecke ist! Schon zum zweiten Mal heute frage ich mich, wie die alle so verdammt schnell sein können?!? Aber gut, wer im Umkreis von 200km wohnt, ist sein Leben lang nichts anderes gewöhnt, als keinen einzigen Meter im Flachen voranzukommen. Selbst die Top Ten der Langdistanzler treffe ich noch unterwegs, der Schnellste braucht schließlich 12:20 Stunden, bei 5000 Höhenmetern auf der Radstrecke! Bei mir stoppt die Uhr schließlich nach 7:38 Std, was den 9. Platz in meiner Altersklasse und insgesamt (mit Männern) den 301. Platz von 347. Finishern bedeutet. Das Starterfeld war wirklich saustark! Zur Belohnung gibt es Freibier im Zielbereich. Ich bin schon gut beschwippst, als Anke nach 8:20 ins Ziel trabt. Überglücklich und zufrieden bestellen wir „Plus de Bière“ und begrüßen lautstark die letzten Finisher der Mittel- und die Ersten der Langdistanz.

Zurück am Campingplatz wird dann der kaltgestellte „Altri-Vin“ geköpft, den es bei der Startnummernausgabe zusammen mit der Flasche Isostar gab. Äußerst sympathisch, diese Franzosen. Tags darauf starten die kurzen Distanzen, und als alle im Ziel sind gibt es eine große Finisher-Party mit der größten Paella, die man sich vorstellen kann! Zufrieden sitzen wir mit einer Horde von etwa 500 Sportlern unter den hohen Kiefern am Seeufer, trinken mehr (kostenlosen) Wein und applaudieren beeindruckt den Siegern. Was für eine tolle Idee, um für die Siegerehrung auch noch eine schöne Atmosphäre zu haben! Insgesamt ist die Organisation nur zu loben! Die Strecken (194km Rundkurs auf der Langdistanz!) waren super ausgeschildert und an kritischen Kreuzungen geregelt (ansonsten ist ohnehin nichts los in den Pyrenäen). Es gab für Damen und Herren jeweils 3 Finisher-Shirt-Größen zur Auswahl. Dazu noch einen Gutschein für die bunt bestückte „Altriman-Boutique“. Pasta-Party UND Finisher-Party. Super Verpflegungsstationen mit freundlichen Helfern. Finisher-Wein, -Bier und ein ausführliches Racebook mit allen Infos sowie Live-Ergebnisse am Monitor im Zielbereich. Und das für absolut unschlagbare 85 Euro für die Mitteldistanz! In Kombination mit dem fußläufig erreichbaren tollen Campingplatz also absolut perfekt, um jedes Sportlerherz höher schlagen zu lassen! Da fällt es uns nach zwei Flaschen Finisher-Wein nicht schwer, schon Pläne für die Langdistanz im nächsten Jahr zu schmieden! Allez les filles!

Und dann weiter zum Tourmalet und anschließend Tour de France gucken :-)