Wettkämpfe  

31.12.2016 OTB Silvester-Lauf

Landesliga--Wettkämpfe

www.laufen-os.de

   

Sponsoren  

   

Trainingszeiten  

Dienstag - Lauftraining

19-20:30Uhr - Sportpark Gretesch

Mittwoch - Schwimmtraining

20-21:30Uhr - Schinkelbad

Samstag - Schwimmtraining

9-10:30Uhr - Nettebad

Samstag - Radtraining

14 Uhr Start - Sportpark Gretesch

  PROBE-TRAINING

JEDERZEIT MÖGLICH!

   

TSG Gesamtverein  

   
Manche Begegnungen haben schicksalhafte Folgen - so mein 1. Ultra Lauf im April, die Harzquerung, die ich in fürsorglicher und erfahrener Spontan-Begleitung von Stefan und Bernd laufen durfte. Dank Dosenbier, Volksliedern und witzigen Gipfelselfies vergingen die 51km wie im Flug! Da bedurfte es nicht viel, mich zur gemeinsamen Teilnahme am Zugspitz Ultra Trail zu überreden. Neben der 101 km Runde gab es schließlich auch Anfänger-Distanzen, 62,8km für Anja; Anke wollte ihren ersten richtigen Berglauf mit 39km angehen. 6 Stunden Trainings-Trailrun im Zillertal mussten reichen, noch ein paarmal die Piesberg Treppen hoch, und dann ab nach Grainau: Start und Ziel und Mekka für 2500 Ultra-Läufer, die sich echt für nix zu schade sind. Die Finisher Shirts der Mitläufer bei der Pasta Party lasen sich wie die Liste von Aufnahmeprüfungen in den "Club der Alltime-Ultras". Fast peinlich, nicht den ein oder anderen Schwank vom letzten 100km-Lauf zum Besten geben zu können! Dennoch wurden wir sehr nett aufgenommen und mit realistischen Zielzeiten versorgt - das würde dann wohl länger dauern ;-) Am Start in Leutasch am Samstag Morgen stehe ich dann mit "Prinzessin Katrin" die den Großteil ihrer langen Läufe auf dem Rücken ihres Araber-Wallachs absolviert hat, was mich etwas beruhigt. Gut gelaunt schiebt sich die Karawane aus 450 "Supertrail"-Läufern zum ersten Anstieg. Mit jeder Kehre kehrt auch mehr Leben in meine Beine ein, jeder Höhenmeter verschafft neue herrliche Ausblicke! Dies wird noch getoppt von einem genialen Downhill vom 2049 Meter hohen Scharnitzjoch, die Beine rollen wie von selbst und ich schieße wie von der Tarantel gestochen gefühlt am halben Teilnehmerfeld vorbei. Etwas übermütig, denn bei einigen gewagten Überholmanövern verstolper' ich mich ordentlich auf holprigen Nebenwegen. Klug war's nicht, aber geil %-) Am Talboden angekommen geht es ewig gerade an einem Fluss entlang - idyllisch, aber laaaangweilig! Ich friste mein bergloses Dasein im Windschatten zweier Österreicher, zu allem Übel verstehe ich jedoch kaum ein Wort... eeendlich naht der nächste VP! Der junge Innsbrucker Medizinstudent David hat super Laune und eine Dose weißes Pulver dabei: Koks, Magnesium? Nach einem kleinen Näschen verlassen wir den VP gemeinsam und jagen uns abwechselnd Richtung Ferchensee: was für ein Ausblick, Biergartenstimmung und ein richtiges Klo! Zufrieden schieben wir uns an verdutzten Wanderern und Ihh-Bikern vorbei. Die Bergwertung an der nächsten 20%-Rampe entscheide ich gegen 3 Ösis für Deutschland! Gedankt sei den neuen Trailstöcken, die nix mehr wiegen, aber mir mehrfach Ehre & Leben retten! Die Sonne brutzelt nun unbarmherzig auf die Schirmmütze, da kann man kaum einmal den Blick auf das vor uns liegende, beeindruckende Wettersteingebirge werfen, das wir gerade halb umzingeln. Endlich Schatten! Dafür ein halbstündiger Downhill, und das wieder mit Fullspeed! Mit wedelnden Armen und Stöcken laufe ich Slalom um Kinder, Hunde und über Wegbefestigungen in Form tückischer Rundbalken - Füße mitnehmen! Völlig geplättet und mit kochendem Hirn schiebe ich mich an dem verlockensten Biergarten der Welt vorbei in die herrlich kühle Partnachklamm. Gott sei Dank, dringend benötigter mentaler Support von den super süßen Kids eines Mitläufers! Der längste Kilometer meiner Laufbahn im Anstieg zum nächsten VP. Ich bin schon etwas verwundert, dass die Bierbank im Schatten nicht unter dem Gewicht meines Leids zusammenbricht. Doch dann stößt David mit seinem Pülverchen wieder dazu, die Stimmung steigt, bald bleibt auch das an Verpflegung wieder im Magen, was ich drin haben will. David lässt sich jedoch "nicht stressen" und so lauf ich mit neuer Kraft bis zu Ronny auf, ein hanseatischer Ossi. Dem geht's grade lumpig und so laber ich mich um Kopf und Kragen, Kehre um Kehre, nur begleitet vom Rauschen des Baches und der Fichten, zeitweise Jammern von Ronny, aber ich fühle mich viel zu gut, um mich umzudrehen. 800 Höhenmeter später, Baumgrenze, Essiggurke (für Ronny), ISO für mich, nicht aus dem Rhythmus kommen, "DA!?! MÜSSEN WIR NOCH RAUF?" Auf der fiesen, sausteilen Schotterstraße zur Bergstation der Alpspitze sehne ich mich nach Kehren, Wald, einem Mountainbike und so einigem mehr. Zäh, zäher, die Wand der Zugspitze vor mir spiegelt sehr treffend meinen mentalen Zustand wider. Als endlich der Downhill Trail anbricht, wissen meine Oberschenkel auch nicht recht, ob sie lachen oder weinen sollen. Die Restdistanz ist einstellig, doch das rechte Knie nimmt mir die Raserei vom Anfang übel, lässt sich allmählich kaum noch knicken, und so taste ich mich auf meinen Stöcken staksend verdammt langsam 1400 Runter-Meter Richtung Ziel. Das tut weh. Neben dem körperlichen Shutdown ist es allerdings noch härter, nacheinander Ronny, David und all die anderen, die ich fröhlich überholt oder gezogen hatte, an mir vorbeiziehen zu sehen... Schlucken, Atmen, weiterstaksen, nur noch 4km bis ins Ziel. Der längste Kilometer meines Lebens wird noch 4 mal getoppt. Dann, der dunkle, rutschige Waldweg kotzt mich auf einer Lichtung aus. Der Begriff Lichtblick definiert sich für mich in diesem Moment neu. Das Klatschen einer Handvoll unermüdlicher Supporter treibt mir die Tränen in die starren Augen! Jaaa, nur noch geradeweg ins Festzelt! War Grainau schon vorher so lang? Die Dorfjugend überbietet sich mit Jubelrufen. Vor einer halben Stunde hätte ich nicht gewettet, dass ich in meinem Leben noch einen einzigen Laufschritt machen könnte, nun schwebe ich auf einer Wolke in den Zielkanal! T-R-I-U-M-P-H !! Über die Berge, in mir und um mich, den Schmerz, die brennenden Füße und dutzende einladende Biergärten am Streckenrand. Eine gutgelaunte und frischgeduschte Anke erwartet mich im Festzelt. Meine Tüte Pralinen, die mir in den letzten 2 Stunden mehrfach vorm inneren Auge erschienen war, ist auch schon da! Mit Maß und Enzian stoßen wir auf uns selbst an! Zusammen mit Bernds Verein LG Nord Berlin erwarten wir dessen Zieleinlauf. Die zweithärteste Aufgabe des Tages! Im Geiste laufen wir die Punkte im Liveticker nochmal durch und sind einfach nur froh, jetzt nicht im Schein einer Stirnlampe auf dem rutschigen Abstieg zu sein. Um halb 2 können wir dann endlich einen überglücklichen Bernd in Empfang nehmen, der in den letzten 2 Jahren die 101 km Runde abbrechen musste, nun auf den 80km endlich auch den letzten Gipfel kennenlernte. Wir feiern uns selbst, das zweitschönste Hobby nach Radfahren und die Erfindung von abgesenkten Bürgersteigen auf dem Weg ins wohlverdiente Bett. Nie wieder! Wo ist der nächste Berg? 
 Zugspitze.jpg
Ergebnisse TSGlerinnen:
Anke 39,3 km - 1896 HM - Basetrail XL: 6:55 Stunden, AK 24. - gesamt 80. von 177 (!) Bergziegen
Anja 62,8 km - 2923 HM - Supertrail: 12:38 Stunden, AK 21. - gesamt 36. von 64 Super-Ladies (inklusive Prinzessin Katrin :-D