Wettkämpfe  

2. Gesmolder Kirmeslauf, Fr. 14.09.2018

Landesliga--Wettkämpfe

www.laufen-os.de

   

Sponsoren  

   

Trainingszeiten  

Dienstag - Lauftraining

19-20:30Uhr - Sportpark Gretesch

Mittwoch - Schwimmtraining

20-21:30Uhr - Schinkelbad

Samstag - Schwimmtraining

9-10:30Uhr - Nettebad

  PROBE-TRAINING

JEDERZEIT MÖGLICH!

   

TSG Gesamtverein  

   

Endlich ist die Rennradsaison auch in den Alpen gestartet! Anke und ich nutzten die Gelegenheit, um wieder rings um den Gerlospass ordentlich Höhenmeter für die kommenden sportlichen Herausforderungen der Saison zu bolzen... Also die neuen Flitzer mit bergtauglicher Übersetzung eingepackt und mit Sack und Pack sowie zwei ebenfalls bergwilligen Sportfreunden ab in den Süden! Zum "Einfahren" am Freitag wählten wir die aus dem Vorjahr bekannte und berüchtigte Großglockner Höhenstraße. Beim Energie tanken im Café vor dem Anstieg erfahren wir, dass 2 Tage später ein sportliches Großereignnis, der "Glocknerkönig" auf dem Programm steht! Sofort buchen wir per Handy unsere Startplätze, danach dann Testfahrt auf der Wettkampfstrecke. 27km, 1690 Höhenmeter. Diese Reihenfolge war gewagt, aber sinnvoll, denn nach der teilweise zähen Erfahrung der ersten Passfahrt in diesem Jahr wären wir vielleicht nicht mehr so mutig gewesen ;-) Nach 200km mit 3300 Höhenmetern merken wir die Beine am Ende des Tages dann doch... Für Tapering bleibt natürlich dennoch keine Zeit, schließlich sind wir nicht zum Faulenzen hier. So steht am nächsten Tag die Zillertaler Höhenstraße mit einem gnadenlosen Anstieg von 12-14% über 13km an. Die kleinsten Ritzel werden dabei ebensowenig geschont wie die brennenden Oberschenkel! Spätestens bei der Abfahrt, auf der wir im letzten Jahr mehrmals anhalten und die angespannten Bremshände ausschütteln mussten, sind wir glücklich über die Scheibenbremsen an den neuen Rennern! So genießen wir die steile, technisch anspruchsvolle Abfahrt ebenso wie den Kaiserschmarren zur Belohnung. Schließlich brauchen wir für den Wettkampf noch ein bisschen Reserven! Schon um 5 Uhr geht es am Sonntag früh nach Bruck an der Großglockner Straße, den Startort. 2500 Radler machen sich mit uns startklar, die Atmosphäre ist sehr locker und entspannt, und auch wir haben irgendwann unsere Radnummern am Lenker festgefummelt und die "Kleidersackerl" mit der Windjacke und Beinlingen für die spätere Abfahrt Richtung Ziel geschickt. Schon läuft der Countdown! Ganz langsam schiebt sich die Karawane zu Volksmusikklängen durch das Dorf Richtung Berg. Bei Glockengeläut und früh aufgestandenen Zuschauermassen kommt sofort Gänsehautfeeling auf! Die ersten Kilometer geht es sanft bergan und ich rolle im Windschatten meines erfahrenen Nachbarns aus der Startaufstellung mit 35 Sachen wie am Schnürchen gezogen dahin. Noch schnell eine Banane, eher für die Nerven als den Magen, und ab aufs kleinste Ritzel... Nun findet jeder langsam in seinen Rhythmus, bis auf das mehr oder weniger dezente Schnaufen der Mitfahrer ist es fast gespenstisch still. Knackende Schaltungen und leise Flüche von Zeit zu Zeit. Ich folge dem Rat meines Nachbarn und gehe es defensiv an. Ein paar lockere Sprüche hier, anerkennende Worte dort, besonders, als ich an einem Mitstreiter vorbeikomme, der mit nur einem Bein diese Challenge antritt! Beeindruckt und voller Demut kurbeln wir alle unserem persönlichen Ziel entgegen - Ankommen, Grenzen erweitern, zeigen, was man drauf hat, die herrliche Bergwelt ganz ohne Verkehr genießen... Lange radel ich neben Katrin her, wir haben beide die Challenge Roth Trinkflaschen und kommen ins Gespräch. Auf die Mädels ist Verlass, während wir reihenweise an Männern vorbeiziehen, die sehr mit sich selbst beschäftigt scheinen. An einigen Stimmungsnestern kommen wir vorbei, denn ein paar Mitfahrer haben die zusätzlichen Gramm von Handylautsprechern auf sich genommen. Schon kurbeln die Beine zu 110 Beats per Minute zu den Venga Boys. Mit jeder Kehre fühle ich mich besser, noch ein Gel schlürfen und langsam Richtung Endspurt ansetzen. Kaum jemand zieht jetzt noch an mir vorbei, bis eine zierliche Bergziege mit männlichem Pacer mich überholt. Der Ehrgeiz ist geweckt! Ich bleibe in Schlagweite, die letzte Kehre - Beine und Lunge brennen, die neuen Laufrädern zeigen ihre Stärke im Wiegetritt, und ich fliege dem Fuscher Torl entgegen! Auf den letzten Metern zwischen der Bergziege und ihrem Begleiter hindurch, die Zuschauer jubeln! Ziel! Geil! Von Tränen der Freude übermannt breche ich auf meinem Lenker zusammen und werde geschüttelt. Mein Name im Lautsprecher, meine Medaille um den Hals. Handshakes mit den Mitfahrern, die ich in den letzten Minuten überholt habe - mein Trikot fiel wohl auf ;-) Ich sauge die Atmosphäre im Zielbereich ein, schaue in die glücklichen Gesichter der anderen - jeder ein Sieger, jeder sein persönlicher Gipfelmoment! Fröstelnd schlüpfe ich in die bereitliegenden trockenen Klamotten (super Organisation!), feuer dann jeden im Zielkanal an, bis auch Anke auftaucht. Überglücklich umarmen wir uns im Ziel! Wir sind uns einig, ein geniales Erlebnis! Nach den Finisher Fotos geht es in rasanter Abfahrt ins Tal, wo Zielgeschenk und (mehr) Kaiserschmarren warten. Kurz nach unserer Rückkehr öffnet der Himmel seine Pforten, während wir zuvor perfekte Bedingungen genießen konnten. Beim Stracciatellabecher beobachten wir das hektische Treiben und stoßen auf unser 1. Radrennen an: spontane Ideen sind doch immer die besten! Der Urlaub wird tags darauf mit einer 6-stündigen Trailrunning Tour auf über 2500 Meter beschlossen. Dank der wertvollen Techniktipps unseres erfahrenen "Trainers" René sind wir nun auch fürs Laufen bestens gewappnet und freuen uns schon auf die nächsten alpinen Abenteuer!

Ergebnisse: Anja Marwitz 2:10:42 (Gesamt 54.)
Anke Mönnig 2:40:49 (Gesamt 161. von 241 Damen)

Vielen Dank für den Bericht Anja.

11-06-17  Mathias