Wettkämpfe  

31.12.2016 OTB Silvester-Lauf

Landesliga--Wettkämpfe

www.laufen-os.de

   

Sponsoren  

 

 

   

Trainingszeiten  

Dienstag - Lauftraining

19-20:30Uhr - Sportpark Gretesch

Mittwoch - Schwimmtraining

20-21:30Uhr - Schinkelbad

Samstag - Schwimmtraining

9-10:30Uhr - Nettebad

Samstag - Radtraining

14 Uhr Start - Sportpark Gretesch

  PROBE-TRAINING

JEDERZEIT MÖGLICH!

   

TSG Gesamtverein  

   
Manche Begegnungen haben schicksalhafte Folgen - so mein 1. Ultra Lauf im April, die Harzquerung, die ich in fürsorglicher und erfahrener Spontan-Begleitung von Stefan und Bernd laufen durfte. Dank Dosenbier, Volksliedern und witzigen Gipfelselfies vergingen die 51km wie im Flug! Da bedurfte es nicht viel, mich zur gemeinsamen Teilnahme am Zugspitz Ultra Trail zu überreden. Neben der 101 km Runde gab es schließlich auch Anfänger-Distanzen, 62,8km für Anja; Anke wollte ihren ersten richtigen Berglauf mit 39km angehen. 6 Stunden Trainings-Trailrun im Zillertal mussten reichen, noch ein paarmal die Piesberg Treppen hoch, und dann ab nach Grainau: Start und Ziel und Mekka für 2500 Ultra-Läufer, die sich echt für nix zu schade sind. Die Finisher Shirts der Mitläufer bei der Pasta Party lasen sich wie die Liste von Aufnahmeprüfungen in den "Club der Alltime-Ultras". Fast peinlich, nicht den ein oder anderen Schwank vom letzten 100km-Lauf zum Besten geben zu können! Dennoch wurden wir sehr nett aufgenommen und mit realistischen Zielzeiten versorgt - das würde dann wohl länger dauern ;-) Am Start in Leutasch am Samstag Morgen stehe ich dann mit "Prinzessin Katrin" die den Großteil ihrer langen Läufe auf dem Rücken ihres Araber-Wallachs absolviert hat, was mich etwas beruhigt. Gut gelaunt schiebt sich die Karawane aus 450 "Supertrail"-Läufern zum ersten Anstieg. Mit jeder Kehre kehrt auch mehr Leben in meine Beine ein, jeder Höhenmeter verschafft neue herrliche Ausblicke! Dies wird noch getoppt von einem genialen Downhill vom 2049 Meter hohen Scharnitzjoch, die Beine rollen wie von selbst und ich schieße wie von der Tarantel gestochen gefühlt am halben Teilnehmerfeld vorbei. Etwas übermütig, denn bei einigen gewagten Überholmanövern verstolper' ich mich ordentlich auf holprigen Nebenwegen. Klug war's nicht, aber geil %-) Am Talboden angekommen geht es ewig gerade an einem Fluss entlang - idyllisch, aber laaaangweilig! Ich friste mein bergloses Dasein im Windschatten zweier Österreicher, zu allem Übel verstehe ich jedoch kaum ein Wort... eeendlich naht der nächste VP! Der junge Innsbrucker Medizinstudent David hat super Laune und eine Dose weißes Pulver dabei: Koks, Magnesium? Nach einem kleinen Näschen verlassen wir den VP gemeinsam und jagen uns abwechselnd Richtung Ferchensee: was für ein Ausblick, Biergartenstimmung und ein richtiges Klo! Zufrieden schieben wir uns an verdutzten Wanderern und Ihh-Bikern vorbei. Die Bergwertung an der nächsten 20%-Rampe entscheide ich gegen 3 Ösis für Deutschland! Gedankt sei den neuen Trailstöcken, die nix mehr wiegen, aber mir mehrfach Ehre & Leben retten! Die Sonne brutzelt nun unbarmherzig auf die Schirmmütze, da kann man kaum einmal den Blick auf das vor uns liegende, beeindruckende Wettersteingebirge werfen, das wir gerade halb umzingeln. Endlich Schatten! Dafür ein halbstündiger Downhill, und das wieder mit Fullspeed! Mit wedelnden Armen und Stöcken laufe ich Slalom um Kinder, Hunde und über Wegbefestigungen in Form tückischer Rundbalken - Füße mitnehmen! Völlig geplättet und mit kochendem Hirn schiebe ich mich an dem verlockensten Biergarten der Welt vorbei in die herrlich kühle Partnachklamm. Gott sei Dank, dringend benötigter mentaler Support von den super süßen Kids eines Mitläufers! Der längste Kilometer meiner Laufbahn im Anstieg zum nächsten VP. Ich bin schon etwas verwundert, dass die Bierbank im Schatten nicht unter dem Gewicht meines Leids zusammenbricht. Doch dann stößt David mit seinem Pülverchen wieder dazu, die Stimmung steigt, bald bleibt auch das an Verpflegung wieder im Magen, was ich drin haben will. David lässt sich jedoch "nicht stressen" und so lauf ich mit neuer Kraft bis zu Ronny auf, ein hanseatischer Ossi. Dem geht's grade lumpig und so laber ich mich um Kopf und Kragen, Kehre um Kehre, nur begleitet vom Rauschen des Baches und der Fichten, zeitweise Jammern von Ronny, aber ich fühle mich viel zu gut, um mich umzudrehen. 800 Höhenmeter später, Baumgrenze, Essiggurke (für Ronny), ISO für mich, nicht aus dem Rhythmus kommen, "DA!?! MÜSSEN WIR NOCH RAUF?" Auf der fiesen, sausteilen Schotterstraße zur Bergstation der Alpspitze sehne ich mich nach Kehren, Wald, einem Mountainbike und so einigem mehr. Zäh, zäher, die Wand der Zugspitze vor mir spiegelt sehr treffend meinen mentalen Zustand wider. Als endlich der Downhill Trail anbricht, wissen meine Oberschenkel auch nicht recht, ob sie lachen oder weinen sollen. Die Restdistanz ist einstellig, doch das rechte Knie nimmt mir die Raserei vom Anfang übel, lässt sich allmählich kaum noch knicken, und so taste ich mich auf meinen Stöcken staksend verdammt langsam 1400 Runter-Meter Richtung Ziel. Das tut weh. Neben dem körperlichen Shutdown ist es allerdings noch härter, nacheinander Ronny, David und all die anderen, die ich fröhlich überholt oder gezogen hatte, an mir vorbeiziehen zu sehen... Schlucken, Atmen, weiterstaksen, nur noch 4km bis ins Ziel. Der längste Kilometer meines Lebens wird noch 4 mal getoppt. Dann, der dunkle, rutschige Waldweg kotzt mich auf einer Lichtung aus. Der Begriff Lichtblick definiert sich für mich in diesem Moment neu. Das Klatschen einer Handvoll unermüdlicher Supporter treibt mir die Tränen in die starren Augen! Jaaa, nur noch geradeweg ins Festzelt! War Grainau schon vorher so lang? Die Dorfjugend überbietet sich mit Jubelrufen. Vor einer halben Stunde hätte ich nicht gewettet, dass ich in meinem Leben noch einen einzigen Laufschritt machen könnte, nun schwebe ich auf einer Wolke in den Zielkanal! T-R-I-U-M-P-H !! Über die Berge, in mir und um mich, den Schmerz, die brennenden Füße und dutzende einladende Biergärten am Streckenrand. Eine gutgelaunte und frischgeduschte Anke erwartet mich im Festzelt. Meine Tüte Pralinen, die mir in den letzten 2 Stunden mehrfach vorm inneren Auge erschienen war, ist auch schon da! Mit Maß und Enzian stoßen wir auf uns selbst an! Zusammen mit Bernds Verein LG Nord Berlin erwarten wir dessen Zieleinlauf. Die zweithärteste Aufgabe des Tages! Im Geiste laufen wir die Punkte im Liveticker nochmal durch und sind einfach nur froh, jetzt nicht im Schein einer Stirnlampe auf dem rutschigen Abstieg zu sein. Um halb 2 können wir dann endlich einen überglücklichen Bernd in Empfang nehmen, der in den letzten 2 Jahren die 101 km Runde abbrechen musste, nun auf den 80km endlich auch den letzten Gipfel kennenlernte. Wir feiern uns selbst, das zweitschönste Hobby nach Radfahren und die Erfindung von abgesenkten Bürgersteigen auf dem Weg ins wohlverdiente Bett. Nie wieder! Wo ist der nächste Berg? 
 Zugspitze.jpg
Ergebnisse TSGlerinnen:
Anke 39,3 km - 1896 HM - Basetrail XL: 6:55 Stunden, AK 24. - gesamt 80. von 177 (!) Bergziegen
Anja 62,8 km - 2923 HM - Supertrail: 12:38 Stunden, AK 21. - gesamt 36. von 64 Super-Ladies (inklusive Prinzessin Katrin :-D
Into the Wild – 4 Tage ein Cherusker

Es begann ganz harmlos, ich hatte meine liebe Iron-Freundin Marita am Telefon. Ich: „Kommst Du Himmelfahrt mit zum Yoga-Festival?“ Sie: „Ne, da plant mein Mann so eine verrückte Mountainbike-Tour mit mir…“ Ich: „Ach, verrückt…?“ Sie: „Ja, 500 Kilometer oder so durch den Teutoburger Wald, vielleicht wäre das ja auch was für Dich?“

Das war es tatsächlich. Keine 4 Wochen vergingen zwischen diesem Gespräch und dem Eintreffen von Marita, ihrem Mann Thomas und mir an der Startlinie des „Cherusker 500“ am vergangenen Himmelfahrts-Donnerstag. Mein neues Hardtail-29er-Mountainbike „Big Apple“ war gesattelt: vorne am Triathlonauflieger hatte ich Schlafsack und Isomatte in einer Drybag verschnürt, in der großen Satteltasche steckten Tarp, Zahnbürste und KEIN Ersatzschlauch – zu kurzfristig war mir aufgefallen, dass ich ja nun ein 29er statt eines 26er Mountainbikes fuhr! Naja, immerhin hatte ich eine Probefahrt mit dem Rad gemacht, was ich eine Woche zuvor bei eBay Kleinanzeigen für 600 Euro erstanden hatte, und meinen bequemen Sattel vom Rennrad umgeschraubt. Es konnte also losgehen! Insgesamt fanden sich circa 25 wagemutige Bikepacker (Bikepacking: Mehrtagestour mit leichtem Gepäck, self-supported) am Weseranleger in Bad Oeynhausen ein, neben Marita und mir nur eine weitere Dame. Neugierig wurden Bikes und Bärte der Mitfahrer beäugt. Bei Espresso und Vor-Finisher-Kuchen wurden noch die aktuellen Streckenhinweise und Frotzeleien ausgetauscht, bevor wir gemeinsam übersetzten. Gemütlich rollten wir eine halbe Stunde dahin, bis der erste Anstieg gleich mal mit einer ewig langen und steilen Treppe ein Zeichen für das setzte, was da noch kommen sollte. Die vollbeladenen Bikes geschultert, waren die einzigen Klamotten für die nächsten 4 Tage schnell verschwitzt und ich froh, als ich mich vom Gipfel eine erfrischende Abfahrt hinabstürzen konnte, ganz ins Gespräch mit 2 Mitfahrern vertieft. Doch schnell wurde uns klar, dass der zu fahrende GPS-Track so seine Tücken hatte, jedenfalls nie der Hauptweg zu wählen war %-) Und schon hatte ich Marita und Thomas verloren. Einige Trails, Aussichtstürme und Horden besoffener Vatertags-Tourer später bekam ich bei Kaffee und 2 Stück Torte die SMS, dass Marita mit gebrochenem Gepäckträger einige Zeit verloren hatte. Ich hatte mich inzwischen für einige unterhaltsame Stunden mit Stefan zusammengetan, der mit einer 1:50.000 Wanderkarte unterwegs und ganz froh war, mir und meinem Garmin folgen zu können. Allerdings nur bis zum Anstieg nach der Kaffeepause. Jegliches gutes Zureden und Füttern mit Schokolade half nicht, immer wieder musste ich warten, doch als er an einem langen Anstieg endgültig außer Sichtweite geriet musste ich mir eingestehen, dass ich von nun an wohl ganz auf mich gestellt unterwegs war. Na gut, Apple zog willig mit mir jeden Berg hoch, und ich fühlte mich viel zu fokussiert, um irgendwas zwischen uns und Kaiser Wilhelm, dessen Denkmal an der Porta Westfalica das Ziel darstellte, kommen zu lassen. An einer wunderschönen Hütte im Sonnenuntergang überm Deister kam ich dann noch an 3 weiteren Fahrern vorbei, die Jungs vom ersten Downhill, die mich während des Torte-Essens überholt hatten (jaja, typisch…). Die guckten nicht schlecht, dass ich alleine weiter in die Dunkelheit fahren wollte. Aber: es machte gerade viel zu viel Spaß, um schon aufzuhören! Auf einem genialen Single-Trail rollte ich in Lemgo ein, gerade noch rechtzeitig bevor ein freundlicher Italiener sein Restaurant abschließen wollte. Natürlich wurde ich noch bestens mit Pizza, mehr Torte und Espresso versorgt, sodass ich gestärkt im Schein der Stirnlampe Richtung Hameln pedalierte. Die Wege waren auf diesem Stück zum Glück so gut ausgebaut, dass ich auch im Dunkeln gut vorankam, selbst bergab reichte die kleinste Stufe der tollen neuen Lupine Lampe. Die Aussicht vom Klüte-Turm über Hameln und die Weser war gigantisch, begleitet von Musik aus den Handylautsprechern einiger Jugendlicher, die hier zum Knutschen mit ihren Autos raufgefahren waren. Die kurze Gesellschaft war ganz angenehm, denn bald schon hatte der Wald mich wieder. Unzählige Rehe und andere blitzende Augen schauten überrascht in meine Richtung, während ich langsam nach einem Schlafplatz Ausschau hielt. Um halb 3 hatte ich an einem Waldrand das ideale Quartier gefunden: auf einer noch pferde-losen Pferdeweide standen einige Bäume mit weichem Gras darunter, das Ganze schön mit Zaun umspannt gegen sämtliche Gefahren des Waldes. Genau das richtige Maß an Zivilisation! Das Tarp war schnell gespannt, wenige Minuten später fielen mir zufrieden die Augen zu. Um nach 6 Stunden Schlaf wieder einen wunderschönen Morgen zu erblicken! Herrlich, die Landschaft gehört mir, Apple und ich fliegen über einen einsamen Hügel nach dem anderen Richtung Detmold. Noch schnell einen Ersatzschlauch und eine Ladung Kettenfett besorgt und dann ab in mein dortiges Lieblingscafé „CUP“, von dessen weltbestem Tiramisu ich letzte Nacht mehrfach halluziniert hatte. 5000 Kalorien und eine Akkuladung für mein Garmin später frage ich mich fröhlich Richtung „Hermann“ durch, ein netter älterer Herr gerät ins Schwärmen, als er von meiner Mission hört. „Damals“ wäre er ja auch von Freiburg zur Ostsee geradelt – natürlich ohne Gangschaltung und mit einem 10 Kilo Zelt. Passionierte Radler gibt es also offenbar schon seit der Erfindung des Rades :-D Am Hermannsdenkmal angekommen fühle ich mich erhaben und schon ziemlich wie eine waschechte Cheruskerin – ich denke, die vielen anderen Besucher können den Unterschied zumindest riechen ;-) Keine Zeit für Sentimentalitäten, ich stürze mich in den nächsten Downhill, der Track nimmt selbstverständlich jeden Single-Trail mit, der an der Strecke liegt. Teilweise rutsche ich mit voller Beladung auf steilsten, verwinkelten Waldpfaden im Halbdunkeln schiebenderweise hinter Apple her, der einen tüchtigen Vorwärtsdrang hat. Dann werden wir von einem netten Pärchen auf dessen Feierabendrunde im Windschatten mitgenommen, was meinen Schnitt und meine Moral nochmal nach vorne puscht. Eine doppelte Portion Pommes auf dem Jahrmarkt in Bielefeld, dann bin ich wieder allein da draußen, die Strecke des Hermannslaufes im Nu hinter mir gelassen. Um Mitternacht stoße ich auf eine einladende Schutzhütte über Borgholzhausen. Super, der Tisch hat genau die richtigen Maße für meine Isomatte. Ich spare mir das Tarp und putze mir nach 5 Stunden Nachtruhe im Morgennebel die Zähne, während ich einen Fuchs beobachte, der friedlich über’s Feld trabt. Ich fühle mich eins mit der Natur, Apple und dem Trail. Glücklich rolle ich in Borgholzhausen ein, inhaliere 2 Croissants und begebe mich nun auf die Strecke des berüchtigten Luisenturmlaufes. Es hilft schon sehr, große Teile der Strecke zu kennen und mental vorbereitet zu sein. Genialerweise schaffe ich nun den knackigen Anstieg sogar ohne zu Schieben, wo ich noch vor 3 Monaten OHNE Gepäck klein beigeben musste. Glücklich mampfe ich auf dem Luisenturm das dritte Croissant und begegne den ersten Menschen des Tages nach der Bäckersfrau. Heimspiel! Voll im Flow vergeht der Weg bis Tecklenburg wie im Rausch, pünktlich um 12 Uhr mittags sitze ich im Café Rabbel und überlege, ob ich Sahne-Nuss, Schoko-Mousse oder Himbeer-Sahne nehmen soll. Aufgrund mentaler Erschöpfung entscheide ich mich für alle. Große Augen machen die netten Holländer am Nebentisch: sie feuern heute den Sohn bei der Ibbenbürener RTF an. Selber Radfahrer, erkennen sie meine Leistung an und geben beste Wünsche mit auf den Weg. Noch ein kleiner Zwischenstopp bei der Bio-Pommesbude, schon ziehe ich am Anstieg zum Aussichtsturm sogar noch ein paar Holländer auf dem Rennrad ab! Feind bleibt Feind ;-) Es wird immer heißer, und als mich der Hermannsweg am „Nassen Dreieck“ ausspuckt, sehne ich mich nach einem Sprung in die kühlen Fluten. Mein Navi kriegt es irgendwie nicht hin, den 3. und letzten Teil des Tracks zu laden, und so erlebe ich meine größten Orientierungsschwierigkeiten tatsächlich am vermeintlich einfachsten Stück, dem Mittellandkanal! Soviel Wasser, soviel Leitplanken... Frustriert frage ich mich unter gleißender Sonne durch Richtung Bramsche. „Bramsche?! So weit wollen Sie noch? Das sind 30 Kilometer!!“ Ich lächel und nicke nur müde, keine Kraft für Erklärungen. Kopf runter, Triathlonlenker. Angetrunkene Jugendliche versperren immer wieder den Weg, ich bin kurz davor, jemanden zu verprügeln, nachdem die Wanderer auf dem Hermannsweg schon keinerlei Einsicht hatten, mein Klingeln (ja, ich habe sogar extra eine Klingel montiert gehabt…) anders zu beantworten als sich umzudrehen, doof zu gucken und sich dann mit 4 Leuten in 5 Richtungen zu verteilen. Beruhigend rede ich auf Apple ein „Ruhig Grüner, nicht mehr weit, es läuft doch super, fast zu Hause…“. Da kommt mir fröhlich rufend Marita entgegen! Wahre Freunde riechen quasi, wann sie gebraucht werden! Sie und Thomas haben nach einer weiteren Panne (Kettenriss) entnervt aufgegeben, nach kurzer Zugfahrt ausgeschlafen und nun einen Verpflegungsposten in ihrem Bulli im Schatten am Kanal eingerichtet! Völlig verbraucht liege ich neben Golden Retriever Fanny im Fußraum und hechel mit ihr um die Wette. Währenddessen schmiert Thomas meine Kette und reicht Marita mir nasse Waschlappen. Ich bin im Bikepacking-Himmel! Danke für diese tolle Unterstützung! Mental wieder 30cm größer gebe ich Apple die Sporen: das folgende Stück sind wir vor 2 Wochen, noch mit meinem alten Rad, als Teststrecke zu dritt abgefahren. Erstmal aber noch eine doppelte Pommes am Kalkrieser Campingplatz, dann auf zur Schmittenhöhe! In luftigen Höhen von 157m üNN lasse ich mir den Eintrag ins Gipfelbuch nicht entgehen! Danach wird es langsam zäh. Der Weg schlängelt sich nicht gerade auf Ideallinie und immer wieder macht mein Garmin einen fiesen Piepton: Streckenabweichung! Nicht so einfach, wenn sich die Single-Trails verwunden durch den GPS-armen Wald schlängeln… Dann folgen endlich wieder asphaltierte Feldwege, am Venner Turm vorbei und mit Schwung über die Hügel bei Ostercappeln, in der Dämmerung sehr angenehm zu fahren… Nur noch 60km und ein gigantischer Sonnenuntergang! Ich sitze seit 18 Stunden auf dem Rad, mit ein paar Pausen, bin nun hin- und hergerissen zwischen „Durchziehen“ und nachts um 4 allein am Kaiser-Wilhelm-Denkmal mich selbst feiern oder mich unter den nächsten Baum werfen und morgen ganz entspannt bei Tageslicht eine ganz normale „Sonntagstour“ zu machen. Die nächsten zwei endlosen Anstiege nehmen mir schließlich die Entscheidung ab. Mein Hintern fühlt sich an wie auf einem Fakirbrett. Der linke Schaltdaumen hat sich durch einen winzigen Kratzer entzündet und zwingt mich, mit dem Zeigefinger umzugreifen, um zu schalten. Der Nacken tut so weh, dass mir immer wieder Bilder von Langstreckenfahrern mit einem Besenstiel unterm Trikot und einer Kinnbinde für den schweren Kopf vor Augen treten. Also, her mit dem Baum! Gar nicht so leicht im Wald... Keine Schutzhütte in Sicht. Einfach nur Weg und Bäume. Der Wind weht mir das Tarp aus der Hand… Frustriert stapfe ich weiter, da! Eine junge Buchen-Schonung. Ganz viele gerade Stämmchen in bestem Abstand. Ratz fatz hängt das Tarp, ist die Isomatte aufgeblasen. Beim Zähneputzen raschelt es im Laub. Immer lauter. Und lauter. Okaaaayy, das ist kein Reh…“Hallo?!“ „Grunz-Grunz“. Für einen Moment gefriert mir das Blut in den Adern, mein Blick sucht den nächsten Baum zum Raufklettern. Mist, alles Mini-Jungbäume! Ich mache Alarm und stampfe mit einem großen Ast auf den Boden. Sieg! Das Borstentier dreht ab. Mit dem Ast in der Hand schlafe ich erschöpft ein. 5 Stunden später fresse ich wieder Kilometer, immer im SMS-Kontakt mit Anke. Um 10 Uhr ist Treffpunkt am Grönegaubad in Melle zum ersten Triathlon der Saison. Das war mit meiner Mannschaft von der Diakonie Suchtberatungsstelle schon lange vor dem Cherusker ausgemacht. 2 Stunden rolle ich schon weiter Richtung Ziel - was ich jetzt schaffe, muss nicht mehr nach dem Triathlon gefahren werden… Schließlich sammelt Anke mich dreckverkrustetes und nicht nach Rosenblättern duftendes Elend beim Bäcker in Rödinghausen ein. Apple bleibt einsam auf dem Penny-Parkplatz. Ride you later! Zum Glück war ich ein paar Tage vorher geistesgegenwärtig genug, frische Klamotten in Ankes Auto zu deponieren, sonst hätten die Kollegen mich sicher nicht erkannt. Zum Glück darf ich Schwimmen! Badeanzug an, einmal ab-kärchern, schnell 400m hinter mich bringen und dann die Erholung genießen. Hauptsache nicht sitzen... Die Kollegen und Patienten sind begeistert von ihrem ersten Triathlon, der Abstecher hat sich gelohnt! Meine Mutter ist extra zum Anfeuern gekommen, kann leider wegen einer Plantar-Faszitis nach dem Klippenlauf selber diesmal nicht teilnehmen, baut mich aber ebenso wie Anke nochmal moralisch auf für den Endspurt. Um 15 Uhr kette ich Apple vom Penny-Ständer ab und verschwinde wieder auf dem Wittekindsweg. Natürlich habe ich stilecht wieder die vor Dreck stehenden Klamotten angezogen – schließlich ist keine (geplante) Hilfe von außen erlaubt. Ich treffe an derselben Stelle wieder auf den Track, wo ich ihn verlassen habe, also alles in Butter. Christian hat versprochen, mir von der Porta Westfalica aus entgegenzukommen und mich dort abzuholen. Nur noch 40km. Endloses Auf und Ab. Keine Menschenseele. Grüne Blätter, Waldboden. Meine Welt ist so klein geworden in den letzten Tagen und doch so viel größer. Ich stoße auf eine herrliche Bank am Waldrand in der Sonne – da sitzt Christian! Noch 20km, mein Gott ist das wenig, und doch noch sooo viel! Ich hänge am Hinterreifen von Stumpy – Christians Stumpjumper - und quatsche mir meine Erlebnisse von der Seele; vor allem, um mich abzulenken. Letzter Anstieg! Kaiserliches Gefühl am Fuße des Kaisers! Veni, vidi, veloci! Mein Gesicht ist gar nicht breit genug für mein Grinsen! Ein Kuss für Apple, dann Christian. Downhill. Ungeplante Gegenanstiege. Endlich die Weser! 2 Hauptgerichte + Nachtisch + Espresso. Zwei grüne Räder im Kofferraum und das unbeschreibliche Gefühl in mir, Teil von etwas ganz Großem zu sein. Ein gutes Kapitel geht zu Ende, aber ich spüre, dass es erst der Anfang von einer langen Geschichte ist.

Cherusker_klein.jpg

Facts: 450km – 9.500 Höhenmeter. Von Café Rabbel bis VP Marita nicht mitgetrackt, geschätzt also 500km und 10.000 Höhenmeter. 33:15 Stunden Fahrtzeit, Durchschnittsgeschwindigkeit 13 km/h. 4 Tage, 3 Nächte, 1 Wildschwein, 14.000 Kalorien verbraucht, Gegenmaßnahmen: 6 Stück Torte, 2 Tiramisu, 4 Pommes, 2 Pizza. 16 Stunden Schlaf, keinen Platten :-) Erste und einzige weibliche Finisherin (Marita befindet sich zum Zeitpunkt dieses Berichtes auf dem Trail für den 2. Versuch. Eine echte Iron-Lady gibt niemals auf!)

Letzter Lauf der Dreierpackserie 3 aus 5 beim Meller Berglauf!
Über die 10km Strecke ging es stolze 180 Höhenmeter durch die Meller Berglandschaft.
Obwohl ja am Sonntag der nächste Landesliga Wettkampf in Peine ansteht, waren wieder einige TSGler auf der Strecke unterwegs, um noch ein paar Punkte für die Gesamtwertung gut zu machen.

Ergebnisse des Meller Berglaufs

Wiebke Krone 2. Frau Gesamt
Kimberly Miller 3. Frau Gesamt
Patrick Teller 11. Mann Gesamt

Neben den netten Pokalen des Meller Berglaufs gab es dann auch noch die Gesamtwertung der Dreierpackserie. Hier wurden sowohl die zehn schnellsten Männer als auch Frauen geehrt.

Bei den Männern schaffte es Patrick Teller dank seiner souveränen Leistung in Voxtrup, GMHütte und Borgloh, auf den 5. Gesamtplatz.

Bei den Frauen belegte Simone Terheggen einen hervorragenden 2. Platz der Gesamtwertung der Damen (Haste, Voxtrup, Borgloh), konnte in Melle nur leider nicht an der Siegerehrung teilnehmen.
Dicht gefolgt von Wiebke Krone, die dank ihrer Klasse Leistung in Haste,Voxtrup,Borgloh und heute in Melle den 3. Gesamtplatz der Dreierserie belegte.
Und Kimberly Miller die auch noch einen super 6. Platz der Gesamtwertung belegte.

Danke für den Bericht Kim!

17-06-17  Mathias

Vergangenen Samstag war es endlich wieder soweit! Sommer, Sonne, Triathlon! Also das Zeitfahrrad entstauben und wie jedes Jahr hoffen, dass der Reißverschluss vom Neo noch zu geht... Besonders im mit Grünzeug und anderem undefinierbaren Krempel gespickten Limmer-Kanal ist man dann doch ganz froh, einen kleinen Schutzmantel um sich zu haben. Ob es daran liegt oder am ersten Kontakt mit Freiwasser in dieser Saison, dass das Schwimmen hier so manchen nicht so gut gefiel, ist schwer zu beantworten. Ich für meinen Teil habe erstmal meinen Start verpasst, nachdem meine Nachbarinnen in der Wechselzone berichtet hatten, dass die Damen der Landesliga ja nicht wie geplant 15.30 sondern um 15.45 an den Start gehen sollten... Tja, man sollte sich hinterfragen, an wem man sich so orientieren sollte ;-) Da guckte ich etwas doof aus meinem ziemlich engen Neo, als ich als Einzige mit gelber statt roter Badekappe am Start stand %-) Zum Glück hat der Kampfrichter meine Nummer aufgeschrieben und wollte sich "persönlich" dafür einsetzen, dass mir die 15 Minuten am Ende wieder abgezogen würden. Hoffen wir's mal...(es hat am Ende geklappt, danke!). Typischerweise traut sich keiner ans Startseil ran, sodass ich vorne treibe, als der Startschuss ertönt. Natürlich werde ich von einer Welle um sich schlagender Männer überrollt und schnappe 30 Sekunden später erstmal nach Luft und meiner Schwimmbrille, die im Gewühl vom Kopf gestoßen wurde. Selbstüberschätzung wird eben bestraft. Als ich dann endlich meinen Rhythmus gefunden habe, wird es eigentlich immer besser. Ich kann noch einige überholen und sitze dann ratz fatz auf meinem Bike. Die Beine wundern sich zwar zunächst, was sie nach 130km Anfahrt mit dem Rad und dem kalten Wasser jetzt schon wieder machen sollen, fügen sich aber spätestens, als ein paar Männer zum Überholen ansetzen, in ihr Schicksal. Als der Mitfahrer es nicht schafft, zügig an mir vorbeizuziehen, setze ich zum Gegenangriff an und rausche vorbei. Mit drei Männern liefere ich mir so die ganze Strecke über einen heißen Battle. Am Berg bin ich klar im Vorteil. Auf den letzten Kilometern bergab versucht es dann doch nochmal einer, was von mir mit dem Kommentar: "Nur weil du 20 Kilo mehr wiegst lass ich dich noch lange nicht vorbei..." quittiere. Schneller Wechsel und mit Vorsprung auf die Laufstrecke. Was war nochmal Koppeltraining? Ich krieche vor mich hin, als der Typ schon wieder von hinten ankommt. Mist, also Dranbleiben. Überraschenderweise gelingt mir das auch! Die Beine spüre ich schon länger nicht mehr, mein Geist haftet an den Fersen des Gegners. Letzte Gerade vorm Zieleinlauf, ich pirsche mich heran und ziehe dann, das Schnaufen unterdrückend und begleitet von weiteren lockeren Sprüchen, an ihm vorbei. Zielsprint, yeah! 10 Minuten schneller als letztes Jahr! Tempo bolzen kann ja doch Spaß machen, wenn erstmal der Ehrgeiz geweckt wurde ;-) Das Schönste daran: Das Gesicht des Gegners im Ziel, nach meinem Bericht, dass ich schon mit dem Rad hergefahren bin und auch gleich wieder los muss...
Insgesamt ein guter Einstieg in die Landesligasaison und beachtliche Ergebnisse von unseren Mannschaften:

Tri-Team Osnabrück Mädels 10. Platz in der Mannschaftswertung (in Ermangelung der Star-Besetzung...)
10. Wiebke Krone 1:10:58 (WAHNSINN!)
28. Marlies Peschke 1:14:28
40. Anja Marwitz 1:18:17 (oh mein Gott, ich bin in der Wertung!)
44. Sandra Meier 1:19:31
45. Kimberley Miller 1:20:03
62. Frauke Krone 1:31:20
Einzelstarterin Anke Mönnig: Platz 16 AK - 1:25:22

SG Tri Team Osnabrück 8. Platz von 23 Mannschaften
20. Patrick Teller 1:02:55
38. Felipe Rayo Martin 1:04:20
46. Lothar Stall 1:05:42
48. Jens Wiesenmüller 1:05:56
94. Oliver Speller 1:09:31
133. Maik Anders 1:14:16
138. Peer Schieße 1:14:52
148. Oliver Glatzer 1:17:10

Super Beteiligung!

Nach 2 Crêpes und einem doppelten Espresso schwang ich mich dann wieder auf's Rad, nur Sprüche kloppen allein hilft ja auch nichts...zum Glück war die Bundesstraße schön leer und ich musste die dollen Carbonfelgen nicht auf dem miesen Radweg quälen und kam bestens voran. In Stadthagen bekam ich dann eine Pizza und Cola ausgegeben, weil die anderen Gäste und der Wirt so beeindruckt von meiner Leistung waren. So kann's weitergehen! Glücklich rolle ich in den Sonnenuntergang, Ziel: 24-Stunden MTB Rennen am Alfsee, wo ich meinen Freund Christian endlich auch mal anfeuern wollte. Nur noch 50km und ich trete immer noch 30 km/h auf schnurgerade Strecke. Plötzlich klirrt und klappert es unter mir, kurz darauf fühlen sich die Felgen dann doch ein bisschen ZU steif an - Plattfuß! Jetzt bloß die Ruhe bewahren, man ist ja für alles ausgerüstet... Stirnlampe auf, Werkzeugtasche raus. Wie haben die denn diese blöden Reifen auf diese engen Felgen gekriegt? Nach einer halben Stunde habe ich den ganzen Mist unter Fluchen und Schwitzen endlich runter- und wieder draufgezogen. Jetzt nur noch aufpumpen! Dann der Moment der Ernüchterung: meine schöne kleine Luftpumpe passt nicht mit den Ventilverlängerungen dieser VERDAMMTEN Aerofelgen zusammen %-) und der Ventilkopf guckt nicht weit genug raus, um die Pumpe vernünftig dranzukriegen. Blöd, dieser Moment, wo man sich das eigene Scheitern eingestehen muss...just in diesem Moment hält mit lauter Musik ein Golf neben mir, ein junger Mann fragt, ob ich Hilfe brauche. Bedröppelt schilder ich mein Problem. Wo ich denn hinmüsste? Zum Alfsee oder nach Osnabrück...Letzteres ist näher, 47km... Und eh ich mich versah sitze ich auf dem Beifahrersitz von Mathias, ein 19-jähriger Deutschrusse, das gute Bike im Kofferraum. Ich muss ihn fast zwingen, dass ich 20 Euro zur Tankfüllung beitragen darf, und schließlich bin ich um 1 Uhr nachts wohlbehalten zu Hause und habe meinen Glauben ans Glück und die Menschheit um eine super Erfahrung bereichert! Vielen Dank an dieser Stelle an meinen Retter! Am nächsten Morgen dann Reifen zu Hause aufgepumpt und ab zum Alfsee, wo Christian und Team auch nicht gerade die erholsamste Nacht ihres Lebens hatten. Aber was macht man nicht alles für seine Leidenschaft :-) Es war jedenfalls alles in allem ein tolles, sonniges und erlebnisreiches Sportwochenende!

DANKE für den super Bericht liebe Anja!

17-06-17  Mathias

Alle Jahre wieder ...........

Während der Sommerferien (22.06. - 02.08.) steht uns das Schinkel- und Nettebad für unser Schwimmtraining nicht zur Verfügung.

 

Achtung: Da die Revisionsarbeiten im Nettebad am 17.06. beginnen, fällt unser Training bereits kommenden Samstag aus.

Unser letztes Training  haben wir am 21.06. im Schinkelbad.

 

Am 05.08. starten wir wieder im Nettebad.

 

Die Ferienzeit lässt sich natürlich sehr schön mit Schwimmtraining im "Freiwasser" überbrücken.

Eine empfehlenswerte Trainingslocation ist z.B. der Torfmoorsee. Hier kann man unter anderem koppeln ohne Ende - schwimmen/laufen,

schwimmen/radeln oder ......

Viel Spaß dabei!!!

 

L.Stall/14.06.2017